Energie sparen mit Absauganlagen

Moderne Absauganlagen können wesentlich zur Energieeinsparung in einem Unternehmen beitragen. Erst einmal benötigt eine Absauganlage über das Jahr eine nicht unerhebliche Menge Strom. Zum anderen werden die Kosten für Heizung und Kühlung erhöht. Hier erfahren Sie, wie Sie durch eine optimale Auslegung und Einstellung der Absauganlage Ihre Energiekosten wesentlich senken können.

Die gesamten Lebensdauerkosten einer Absauganlage setzen sich zusammen aus:

  • Anschaffung und Zins
  • Strombedarf, Blindleistungsreserve
  • Unterdruck-Luftbedarf
  • Wartung und Reparatur
  • Verbrauchsmaterial (Filter und Staubbeutel)
  • Erhöhte Kosten für Heizung oder Kühlung
  • Entsorgung
  • Rückbau

Anschaffung und Zins

Die Kosten für Anschaffung und Zins ergeben sich aus unserem Angebot. Der Zins kann mit einem Online - Annuitätenrechner ermittelt werden.

Strombedarf

Der Strombedarf einer Absauganlage ergibt sich hauptsächlich aus der Laufzeit des Lüftermotors. Untergeordnet ist die oft nur kurzzeitige Leistungsaufnahme von Motoren zur Filterabreinigung oder von Pumpen zur Entleerung von Auffangbehältern.

ECM - Motoren (Electronically Commutated Motor) sind echte Sparwunder und bieten Einsparungen bis zu 70%. Die Mehrkosten eines ECM-Motors amortisieren sich üblicherweise innerhalb von 2 Jahren. Insbesondere leistungsfähige ECM - Motoren sind aufgrund der höheren Anschaffungskosten nicht immer wirtschaftlich.

IE2 - Motore sind energieeffiziente Motoren mit hohem Wirkungsgrad. Der Wirkungsgrad liegt bei Absauganlagen leistungsabhängig zwischen ca. 77% bis ca. 95%. Diese Motore definieren den derzeitigen Standard neuer leistungseffizienter Antriebssysteme. Ab 7,5kW Nennleistung müssen IE2-Motore in der Regel auch an einem Frequenzumrichter betrieben werden.

IE3 - Motore sind hocheffiziente Motoren. Der Wirkungsgrad liegt leistungsabhängig zwischen ca. 78% bis ca. 96%. Diese Motoren werden im Januar 2017 den jetzigen Standard ablösen.

Quelle: Anhang I der Verordnung Nr. 640/2009 über die umweltgerechte Gestaltung von Elektromotoren

Eine Zeitschaltung oder Präsenzschaltung von Absauganlagen sollte immer geprüft werden. Oft kann zwischen Bereitschafts- und Arbeitszeiten unterschieden werden. So können Punktabsaugungen zum Feierabend oft ganz abgeschaltet werden und Raumabsaugungen in einen reduzierten Betrieb übergehen. Hier sind aber auch branchenspezifische Vorschriften zu beachten. Eine Reduktion des umgesetzten Luftvolumens macht sich direkt bei Strom- und Heizkosten bemerkbar. Durch geringere Betriebsstunden werden auch die Wartungskosten reduziert.

Bei Hochleistungs-Absauganlagen muss die Blindleistungsreserve beachtet werden. Blindleistung wird insbesondere bei jedem Anlauf eines Motors benötigt. Absauganlagen lassen sich relativ leicht in Blindleistungs - Kompensationsanlagen einbinden. Bei Anlagen mit Frequenzumrichter können angepasste Anlaufprogramme die benötigte Blindleistung begrenzen und so Investitionen in eine Blindleistungs - Kompensationsanlagen unterbinden.

Unterdruck-Luftbedarf

In modernen energiesparenden Absaugsystemen sorgen Unterdrucksensoren und drehzahlgeregelte Absaugventilatoren dafür, dass ein möglichst konstanter Unterdruck vorhanden ist. In Absauganlagen mit flexibler Nutzung mehreren Absaugstellen (z.B. Schleif- und Schweißarbeitsplätze) wird der Leistungsbedarf dann sofort reduziert, wenn weniger Arbeitsplätze benutzt werden und wieder sofort erhöht, sobald mehr Absaugleistung benötigt wird.

Energiesparende Absaugsysteme mit Unterdrucksensoren erhöhen die Zuverlässigkeit und reduzieren den Wartungsaufwand gegenüber älteren Systemen bestehend aus einzelnen Abluftschiebern mit Endschaltern.

Wartung und Reparatur

Durch eine regelmäßige Wartung oder einen Wartungsvertrag können lästige und teure Reparaturen und Standzeiten vermieden werden. Ein erfahrenes Team kann Schäden u.U. voraussehen und gleich vor Ort die richtige Wartungsmaßnahme treffen.

Verbrauchsmaterial

Die Menge an nötigem Verbrauchsmaterial hängt primär von der zu transportierenden Menge an Schadstoffen, Stäuben oder Flüssigkeiten ab. Am besten werden gleich in der Planungsphase die Stoffkreisläufe sinnvoll getrennt. Am sinnvollsten ist die Trennung in verschiedene Punktabsaugungen, Bereichsabsaugungen und Raumabsaugungen vorzunehmen.

Heizkosten

Jeder nach außen abgesaugte Kubikmeter Luft muss durch frische Außenluft ersetzt werden. In der Heizperiode entstehen dadurch zusätzliche Heizkosten, im Sommer unter Umständen Kosten für die Kühlung. Einsparungen entstehen, wenn man z.B. Nachts den Luftumsatzes reduzieren kann. Allerdings darf in vielen Branchen die Lüftungsanlage nachts nicht einfach abgeschaltet werden. Man benötigt zumindest eine mehrstufig schaltbare Lüftungsanlage sowie eine Zeitschaltung oder ein Präsenzsystem. Präsenzsysteme betreiben die Absauganlage nur bei Anwesenheit von Personal.

Weitere Einsparungen entstehen, wenn man die Zuluft anhand von Wärmetauschern vorwärmt oder die Zuluft aus geeigneten Gebäudebereichen ansaugen kann. Hier hilft das Fachwissen eines Technischen Gebäudeplaners (TGA) oder eines Energieberaters weiter.

Die besten Einsparungen ergeben sich, wenn die Abluft wieder in den Arbeitsbereich abgeführt werden kann. Hier sind allerdings branchenspezifische Vorschriften zu beachten. Eine Sommerschaltung macht sich bezahlt, die je nach Außentemperatur die Abluft auch nach draußen abführen kann. Denn durch die Abluft wird auch die Abwärme der Lüftungsanlage transportiert.

Tags: